Geschichte des Jagdhorn-Bläserkorps "Im Kühl"
Die Idee zur Gründung eines Jagdhorn-Bläserkorps hatte im Jahr 1957 der Berufsjäger Heinrich Speerschneider. Seine Initiative stieß bei Jürgen Hidding auf sofortige Zustimmung, zumal er bei Oberforstmeister Walter Frevert ein jagdliches Praktikum absolviert hatte und neben aller jagdlichen Kompetenz noch dazu mit dem Jagdhornblasen infiziert war. Des Weiteren gesellten sich vier Forstleute dazu: Gotthard Reiche, Hans Robbert, Fritz Beckmann und Conrad Sinngrün. Für sie war das Jagdhornblasen ohnehin Ausbildungsfach und somit Pflicht. Darüber hinaus schlossen sich die Waidgenossen Erwin Blind und dessen Sohn Lothar, Hugo Dröge, Karl Schütte, Gustav von der Brake, Gerd Kirchgeorg und Karl Dietz der Gemeinschaft an. Als 14. Mitglied trat im Jahr 1961 der Forstmann Hans Kinast hinzu, der auch heute noch aktiv ein brillantes Horn bläst und mit der Bläsernadel in Gold ausgezeichnet worden ist. Das Ganze war zunächst ein lockerer Zusammenschluss von Jägern, die allesamt dem damaligen Hegering Ergste-Schwerte-Westhofen angehörten. 11 Geblasen wurde in 14-tägigem Rhythmus im Jagdhaus „Im Kühl“. Das Leitziel war die Erhaltung und Pflege allen jagdlichen Brauchtums, insbesondere der deutschen Jagdsignale und ihre Anwendung bei der Jagdausübung sowie bei Veranstaltungen mit jagdlichem Charakter. Geblasen werden sollte in erster Linie das Fürst-Pless-Horn, aber auch das Parforcehorn in B und der Sauerländer Halbmond. Das Ventilhorn sollte nur in Ausnahmefällen genutzt werden, da man auf konzertante Musik verzichtete. Um unter sich zu sein, hatte man anfangs die Teilnehmerzahl auf 15 begrenzt. Mit den Jahren jedoch wurde diese Einschränkung nach und nach gelockert und schließlich ganz aufgehoben. Für die offizielle Aufnahme ins Korps galt es, bestimmte Jagdsignale fehlerfrei vortragen zu können. Dies hat bis heute noch Gültigkeit. Das Jahr 1960 war das offizielle Gründungsjahr des Bläserkorps des Hegerings Ergste-Schwerte-Westhofen, das auch erstmalig an einem Wertungsblasen – sprich Wettstreit – in Köln teilnahm - durchgeführt von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG. Es folgten zwei Landeswettbewerbe 1961 und 1965 jeweils in Essen. Im Jahr 1975 drohte uns beinahe das „Aus“, da durch die Kommunale Neuordnung der Hegering Ergste-Schwerte-Westhofen aufgelöst wurde und das Bläserkorps auf vier verschiedene Jagdkreisgruppen hätte aufgeteilt werden müssen. Dies kam für uns auf keinen Fall in Frage und so lösten wir uns kurzerhand von jeglichen übergeordneten jagdlichen Organisationen und gaben uns den neutralen Namen „Jagdhorn Bläserkorps Im Kühl“. Als unabhängiges Korps blieben wir dennoch den neu gegründeten Hegeringen Hennen und Schwerte treu und bliesen auf deren Veranstaltungen. Erst im Frühjahr1995 schlossen wir uns offiziell dem Hegering Hennen an und waren somit wieder Mitglied in der Märkischen Kreisjägerschaft, somit auch im LJV und im DJV. Dies bedeutete gleichzeitig, dass wir wieder an Landeswettbewerben im Jagdhornblasen teilnehmen durften, wozu wir uns dann auch entschlossen. Um uns genügend darauf vorbereiten zu können, übten wir fortan wöchentlich bei Wind und Wetter auf dem oberen Parkplatz im Kühl. Im Juni 1996 traten wir erstmals wieder zum 20. Landesbläserwettbewerb in Kerpen an. Die Mühe hatte sich gelohnt, denn wir errangen überraschend den 6. Platz von 20 Bewerbergruppen und erhielten erstmalig die bronzene Hornfesselspange. In den Folgejahren ließen wir bis heute keinen Landeswettbewerb aus, und es gelang uns mehrere Male, die silberne und sogar zweimal, die goldene Hornfesselspange zu erkämpfen. Glücklicherweise hatte unser Bläserkorps während all der Jahre kaum Nachwuchsprobleme. Um diese Tatsache wurden wir von anderen Bläsergruppen oft beneidet. Nicht zuletzt haben wir dies unserer Bläserkameradin Junko Higuchi-Knebel zu verdanken, die sich seit Jahren in besonderer Weise um die Ausbildung der Jungbläser bemüht. Heute besteht das Jagdhorn Bläserkorps „Im Kühl“ aus 22 aktiven und 8 inaktiven Bläserkameraden, sowie aus 10 Gastbzw. Jungbläsern. Es ist altersmäßig bunt gemischt und, was das Geschlechterverhältnis anbelangt, gibt es keine Probleme.
