Hegering Hennen

Bläserjagden, Pokalschießen, Sommerfeste und Ausflüge

Im ersten Fotoalbum unserer mittlerweile 6 Fotoalben umfassenden Sammlung steht der Spruch „Es braust ein Ruf wie Donnerschlag – nichts geht uns über Bläserjagd.“ Darunter sind seit 1960 durchgehend sämtliche Jagdkönige der Bläserjagden aufgeführt. Imposant ist auch die Königskette mit den vielen „Anhängern“ der Jagdkönige. Die erste sogenannte „Bläserjagd“ fand in der Pachtjagd von Jürgen Hidding statt. Hugo (Hügel) Dröge war 1960 nicht nur eines der jüngsten Mitglieder des Jagdhorn-Bläserkorps, sondern auch erster Jagdkönig. Die Bläserjagden fanden von Beginn an fast jährlich statt. In einigen Jahren wurden sogar zwei oder drei Bläserjagden durchgeführt, was auf der Königskette des Bläserkorps nachzuvollziehen ist. So mancher Jagdkönig ist auf ihr verewigt. Für die bisherigen Einladungen zu Bläserjagden gilt ein herzlicher Dank allen Revierinhabern (beispielhaft seien hier die Revierinhaber Hidding, Speerschneider, Schwarzelühr, Conzen, Noelle-Wying, Wesemann und Meermann erwähnt), die ihr Revier hierzu zur Verfügung gestellt haben. Seit dem Tod unseres Ehrenvorsitzenden Heinrich Speerschneider im August 2006, setzt sein Sohn Norbert die Tradition der Bläserjagd fort.

Neben den Bläserjagden hat das Jagdhorn-Bläserkorps Im Kühl seit vielen Jahren auch die Fuchsjagden der Reiter mit Jagdsignalen unterstützt. Vor allem der Landwirtschaftliche Reitverein Kalthof, der Schwerter Reiterverein und Karl-Heinz Kissing, bei dem wir schon seit über 30 Jahren blasen, hielten diese schöne Tradition hoch. In den 70er und 80er Jahren wurden zudem teilweise Meuten (z. B. die Warendorfer Meute) eingesetzt. Ein imposantes Spektakel nicht nur für die beteiligten Reiter, sondern auch für die vielen Zuschauer. 1987 nahmen an Kissing´s Fuchsjagd noch 90 Pferde mit ihren Reitern teil. Leider sind heutzutage immer weniger  Pferdebesitzer (aufgrund der Verletzungsgefahr der teuren Pferde) bereit, diese Tradition aufrecht zu erhalten. Die Fuchsjagden der Reiter werden leider wohl bald nur noch in unseren Erinnerungen lebendig sein.

Im Jahr 1961 wurde das erste Bläser-Pokalschießen im „Kühl“ ausgetragen. Geschossen wurde vom ersten Weg Wald Noelle-Wying in Richtung Obsthof Kühl, der heutige obere Teich und das Wildgatter. Auch diese Veranstaltungen fanden von nun an jährlich statt, wurden aber später auf dem Schießstand Löhen ausgetragen bis zu dessen Schließung. In den letzten Jahren blieb uns nur der weiter entfernt liegende Schießstand Spielwigge in Lüdenscheid als Austragungsort. Wie der Name verrät, gab es zum Pokalschießen auch einen Pokal, auf dem chronologisch alle „Schießkönige“ eingraviert sind. Neben diesem „Gesamtpokal“ wird noch der „Taubenpokal“ (Trap), der „Hasenpokal“ (Rollhase), der „Bockpokal“ (Bock stehend angestrichen), der „Überläuferpokal“ (stehend freihändig – „Wackelschwein“), und der „Pistolenpokal“ ausgeschossen. Aufgrund der Tatsache, dass in den letzten Jahren kein Kurzwaffenstand zu Verfügung stand, wurde für den Pistolenpokal alternativ der „Fuchs liegend“ verwendet. Der Teilnehmer mit der geringsten Punktezahl erhält den „Bauern“ (der größte Pokal). Für unsere Gastbläser wurde vor einigen Jahren der „Gastpokal“ eingeführt. Das Bläser-Pokalschießen soll nicht zu einem verbissenen Wettstreit ausarten, sondern soll vielmehr das Gesellige in der Gruppe fördern.

Von Anfang an war das Jagdhorn-Bläserkops „Im Kühl“ eine gesellige Truppe. Es wurde viel gefeiert und auch viel gemeinsam unternommen. So wurde z. B. am Börstinger Hof ein Vogelschutzgehölz durch das Bläserkorps  angepflanzt. Zudem wurden regelmäßig Sommerfeste im privaten Rahmen mit Partnern und Gästen durchgeführt. Aufgrund der Ausflüge und der Landesbläserwettbewerbe fanden diese Sommerfeste zunächst im zweijährigen Turnus statt. In den letzten Jahren haben wir unser Sommerfest jährlich durchgeführt, da der letzte Ausflug auch schon etwas länger zurückliegt. Da bei uns Geselligkeit schon immer groß geschrieben wurde, unternahmen wir in der Vergangenheit auch einige Jagdreisen (u.a. zu Jagden nach Polen und auf die Insel Baltrum). Zudem wurden viele mehrtätige Ausflüge (je nach Kassenlage) unternommen. So sind wir 1963 zur Jagdausstellung nach München gefahren und haben dabei auch das Oktoberfest besucht. Hier ließ es sich Heinrich Speerschneider nicht nehmen, die Kapelle der Löwenbräu- Festhalle zu dirigieren. 1982 wurde die Internationale Grüne Woche in Berlin per Flugzeug besucht. Es folgte 1983 ein Ausflug mit Damen nach Vosswinkel. 1984 wurde wiederum München besucht. Natürlich wurde dabei auch im Hofbräuhaus eingekehrt, wo Heinrich Speerschneider erneut kurzerhand das Kommando über die Kapelle übernahm. Im folgenden Jahr wurden die Stadtwerke Dortmund besichtigt. 1986 folgte ein Ausflug nach Nürnberg zur Deutschen Jagd- und Fischereiausstellung. Bei diesem Ausflug wurden auch Rothenburg ob der Tauber und die Veste Coburg  besucht. Der Besuch des Panoramaparks in Kirchhundem wurde 1987 mit Partnerinnen durchgeführt. 1988 folgte eine Fahrt nach Straßburg auf Einladung von Dr. Otto Wulff. Hier wurde vor dem Europarat geblasen. Laut Chronik empfing uns der Präsident des Europarates Louis Jung in seinen Amtsräumen, anschließend standen weitere Besuche im Rathaus der Stadt Straßburg (dort Empfang durch den Oberbürgermeister Senator Rudlof) und in der Residenz des deutschen Botschafters (Dr. Günther Knackstedt) an. Viele Zuhörer erlebten den fröhlichen Klang der Jagdhörner bei Auftritten im Rathaus und im Garten des Botschafters. Einige Jahre später, 1992, folgte ein Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen. Hier wurden zudem die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie die Wieskirche besucht. Daneben wurde die Benediktiner-Abtei Ettal, die Zugspitze und die Olympia-Sportanlagen besichtigt. 1995 folgte eine Fahrt nach  Mecklenburg. Dabei wurden auch Potsdam (Schloss Sanssouci) und Berlin (verhüllter Reichstag) besichtigt. Die Fahrt führte weiter zu dem Ivenacker Tiergarten mit den 1000-jährigen Eichen. Dresden war ein Jahr später das Ziel eines weiteren Ausfluges. Dort wurden die Ruine der Frauenkirche und der Zwinger besichtigt. Des Weiteren wurden bei diesem Ausflug das Schloss Pillnitz, die Sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge, die Porzellanmanufaktur Meissen, das Jagdschloß Moritzburg und die Festung Königstein besucht. 2002 folgte eine Fahrt nach Suhl. Dort wurde ein Waffenmuseum und eine Jagdwaffenfabrik besucht. Auch der Besuch eines olympiatauglichen Schießstandes war sicherlich ein Highlight. 2005 folgte  eine Fahrt zur Mosel. Dort haben wir in Briedel übernachtet und von da aus eine Schiffsfahrt nach Traben-Trarbach unternommen. Natürlich gab´s auch eine Weinprobe. Die folgte im Weinkeller von Norbert Kallfels (bekannt vom Schützenfest in Drüpplingsen) in Kröv. Auf dem Rückweg haben wir noch die Burg Eltz besucht. Der letzte Ausflug des Jagdhorn-Bläserkorps "Im Kühl" folgte im Jahr 2010. Neben der Jubiläumsfeier sicherlich ein weiteres Highlight in diesem Jahr. Ziel der Fahrt war die Hansestadt Bremen. Neben einer Stadtführung in Bremen wurde auch ein Besuch in Bremerhaven vorgenommen, wo eine Hafenrundfahrt erfolgte. Interessant war dabei die Besichtigung des größten europäischen Autoterminals. Bevor die Heimreise angetreten wurde, erfolgte noch ein Besuch des Künstlerdorfes Worpswede, dass vor den Stadttoren Bremens liegt.

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